Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Herders Conversations-Lexikon. Bd. 4. Freiburg im Breisgau, 1856.

Bild:
<< vorherige Seite

Schwedens, mit Waldungen, Eisen-, Blei- und Kupfergruben, 215000 E. auf 200 #M. Die gleichnamige Hauptstadt liegt am Stang, hat einen goth. Dom mit vielen Monumenten, 5100 E.


Linke, in der parlamentar. Sprache die Oppositionspartei.


Linlithgow (Linlisgo) oder Westlothian, kleine südschott. Grafschaft von 5 2/3 #M., wohlangebaut u. fruchtbar, mit wichtiger Pferde- u. Rindviehzucht, Bergbau auf Steinkohlen, Quadersandstein und Kalk. 31000 E. Hauptort das gleichnamige Städtchen mit 6000 E., an einem kleinen See; an demselben die Ruinen des Schlosses, in welchem Maria Stuart geboren wurde.


Linne, Karl v., geb. 1707 zu Rashult in Schweden, der Sohn eines armen Landpfarrers, wurde von seinem Vater, da der Knabe sich lieber mit Pflanzen als mit Büchern abgab, als untauglich zum Gelehrten einem Schuhmacher in die Lehre gegeben. Dieser Lage entzog ihn Dr. Rothmann, der seinen Geist erkannte u. ihn zu sich nahm. 1727 bezog dann L. die Universität zu Lund, hierauf zu Upsala, wo er Medicin studierte und ward sodann Demonstrator am botanischen Garten. 1732 machte er im Auftrage der Regierung eine botanische Reise nach Lappland, hielt nach seiner Rückkehr mineralogische Vorlesungen zu Falun, und begab sich dann nach Leyden, wo er mit Boerhave, Burmann u. andern Gelehrten befreundet wurde und durch Vermittlung des Letztern die Aufsicht über den herrlichen Garten des Banquier Cliffort in Hartekamp erhielt. Während dieses 2jährigen Aufenthaltes in Holland entwickelte er in einfacher u. verständlicher Weise sein Sexualsystem u. schrieb in rascher Folge: "Systema naturae". Leyden 1735; "Fundamenta botanica", Leyden 1736; "Flora Lapponica", Amsterdam 1737; "Genera plantarum", Leyd. 1737; "Corollarium generum plantarum", Leyden 1737; "Hortus Cliffortianus", Amsterd. 1737. Nach Schweden zurückgekehrt, lebte er, trotz seines hohen Ansehens im Auslande, unbeachtet u. in ungünstigen Verhältnissen als Arzt, bis er endlich durch eine glückliche Behandlung der Königin eine ausgedehnte Praxis und durch Verwendung seiner Gönner 1741 eine medicinische, 1742 eine botanische Professur in Upsala erhielt und damit die längst gewünschte ruhige, für seine Forschungen geeignete Stellung. In Upsala wirkte er fortan bis gegen das Ende seines Lebens als eifriger Lehrer und schrieb eine "Materia medica" der 3 Reiche, und seine beiden Hauptwerke: "Philosophia botanica" 1751 und die "Species plantarum", Stockholm 1753; außerdem an 200 akademische Schriften u. sehr viele Abhandlungen für gelehrte Gesellschaften; st. 1778.


Linnen, der verarbeitete Hanf und Flachs. L.industrie, die Verarbeitung jener Gespinnstpflanzen; sie zerfällt in die Spinnerei und Weberei. Das Spinnen geschah sonst mit der Spindel und dem gewöhnlichen Spinnrade, jetzt größtentheils durch Maschinen. Die Baumwollespinnmaschinen trugen nämlich wesentlich bei, die Leinwand immer mehr durch die wohlfeileren Baumwollestoffe zu verdrängen, daher setzte Napoleon einen Preis von 1 Mill. Frcs. auf die Erfindung einer Spinnmaschine für den Flachs. Allein die seitdem erfundenen Maschinen erwiesen sich als unzureichend; erst seit 1830 ist die Erfindung in England gelungen und dieses hat in der L.industrie seitdem das Festland überflügelt und namentlich die deutsche Ausfuhr beeinträchtigt. Der von der Maschine gesponnene Faden ist schöner u. gleichartiger als bei dem Handgespinnste, nur zu den feinsten Fäden, z. B. zum Spitzengarne scheint die Maschine nicht hinzureichen. Nach der Feinheit des Gewebes zählt man vom Battiste bis zur Packleinwand eine Menge Arten Leinwand; man unterscheidet ferner glatte Leinwand, aus gleichen Fäden und ungefärbtem oder nur mitgefärbtem gemischtem Garn, u. Gebildleinwand mit eingewebten Mustern aller Art. - Die Leinwand hat zwar viel von ihrem früheren Gebiete an die Baumwolle verloren, da sie sich aber zu Hemden, Bettzeug etc. viel mehr eignet, auch viel kühlere Kleidungsstücke liefert als die Baumwolle, daher für die heißen Klimate unentbehrlich ist,

Schwedens, mit Waldungen, Eisen-, Blei- und Kupfergruben, 215000 E. auf 200 □M. Die gleichnamige Hauptstadt liegt am Stang, hat einen goth. Dom mit vielen Monumenten, 5100 E.


Linke, in der parlamentar. Sprache die Oppositionspartei.


Linlithgow (Linlisgo) oder Westlothian, kleine südschott. Grafschaft von 5 2/3 □M., wohlangebaut u. fruchtbar, mit wichtiger Pferde- u. Rindviehzucht, Bergbau auf Steinkohlen, Quadersandstein und Kalk. 31000 E. Hauptort das gleichnamige Städtchen mit 6000 E., an einem kleinen See; an demselben die Ruinen des Schlosses, in welchem Maria Stuart geboren wurde.


Linné, Karl v., geb. 1707 zu Rashult in Schweden, der Sohn eines armen Landpfarrers, wurde von seinem Vater, da der Knabe sich lieber mit Pflanzen als mit Büchern abgab, als untauglich zum Gelehrten einem Schuhmacher in die Lehre gegeben. Dieser Lage entzog ihn Dr. Rothmann, der seinen Geist erkannte u. ihn zu sich nahm. 1727 bezog dann L. die Universität zu Lund, hierauf zu Upsala, wo er Medicin studierte und ward sodann Demonstrator am botanischen Garten. 1732 machte er im Auftrage der Regierung eine botanische Reise nach Lappland, hielt nach seiner Rückkehr mineralogische Vorlesungen zu Falun, und begab sich dann nach Leyden, wo er mit Boerhave, Burmann u. andern Gelehrten befreundet wurde und durch Vermittlung des Letztern die Aufsicht über den herrlichen Garten des Banquier Cliffort in Hartekamp erhielt. Während dieses 2jährigen Aufenthaltes in Holland entwickelte er in einfacher u. verständlicher Weise sein Sexualsystem u. schrieb in rascher Folge: „Systema naturae“. Leyden 1735; „Fundamenta botanica“, Leyden 1736; „Flora Lapponica“, Amsterdam 1737; „Genera plantarum“, Leyd. 1737; „Corollarium generum plantarum“, Leyden 1737; „Hortus Cliffortianus“, Amsterd. 1737. Nach Schweden zurückgekehrt, lebte er, trotz seines hohen Ansehens im Auslande, unbeachtet u. in ungünstigen Verhältnissen als Arzt, bis er endlich durch eine glückliche Behandlung der Königin eine ausgedehnte Praxis und durch Verwendung seiner Gönner 1741 eine medicinische, 1742 eine botanische Professur in Upsala erhielt und damit die längst gewünschte ruhige, für seine Forschungen geeignete Stellung. In Upsala wirkte er fortan bis gegen das Ende seines Lebens als eifriger Lehrer und schrieb eine „Materia medica“ der 3 Reiche, und seine beiden Hauptwerke: „Philosophia botanica“ 1751 und die „Species plantarum“, Stockholm 1753; außerdem an 200 akademische Schriften u. sehr viele Abhandlungen für gelehrte Gesellschaften; st. 1778.


Linnen, der verarbeitete Hanf und Flachs. L.industrie, die Verarbeitung jener Gespinnstpflanzen; sie zerfällt in die Spinnerei und Weberei. Das Spinnen geschah sonst mit der Spindel und dem gewöhnlichen Spinnrade, jetzt größtentheils durch Maschinen. Die Baumwollespinnmaschinen trugen nämlich wesentlich bei, die Leinwand immer mehr durch die wohlfeileren Baumwollestoffe zu verdrängen, daher setzte Napoleon einen Preis von 1 Mill. Frcs. auf die Erfindung einer Spinnmaschine für den Flachs. Allein die seitdem erfundenen Maschinen erwiesen sich als unzureichend; erst seit 1830 ist die Erfindung in England gelungen und dieses hat in der L.industrie seitdem das Festland überflügelt und namentlich die deutsche Ausfuhr beeinträchtigt. Der von der Maschine gesponnene Faden ist schöner u. gleichartiger als bei dem Handgespinnste, nur zu den feinsten Fäden, z. B. zum Spitzengarne scheint die Maschine nicht hinzureichen. Nach der Feinheit des Gewebes zählt man vom Battiste bis zur Packleinwand eine Menge Arten Leinwand; man unterscheidet ferner glatte Leinwand, aus gleichen Fäden und ungefärbtem oder nur mitgefärbtem gemischtem Garn, u. Gebildleinwand mit eingewebten Mustern aller Art. – Die Leinwand hat zwar viel von ihrem früheren Gebiete an die Baumwolle verloren, da sie sich aber zu Hemden, Bettzeug etc. viel mehr eignet, auch viel kühlere Kleidungsstücke liefert als die Baumwolle, daher für die heißen Klimate unentbehrlich ist,

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><pb facs="#f0004" n="3"/>
Schwedens, mit Waldungen, Eisen-, Blei- und Kupfergruben, 215000 E. auf 200 &#x25A1;M. Die gleichnamige Hauptstadt liegt am Stang, hat einen goth. Dom mit vielen Monumenten, 5100 E.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Linke</hi>, in der parlamentar. Sprache die Oppositionspartei.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Linlithgow</hi> (Linlisgo) oder <hi rendition="#g">Westlothian</hi>, kleine südschott. Grafschaft von 5 <hi rendition="#sup">2</hi>/<hi rendition="#sub">3</hi> &#x25A1;M., wohlangebaut u. fruchtbar, mit wichtiger Pferde- u. Rindviehzucht, Bergbau auf Steinkohlen, Quadersandstein und Kalk. 31000 E. Hauptort das gleichnamige Städtchen mit 6000 E., an einem kleinen See; an demselben die Ruinen des Schlosses, in welchem Maria Stuart geboren wurde.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Linné</hi>, Karl v., geb. 1707 zu Rashult in Schweden, der Sohn eines armen Landpfarrers, wurde von seinem Vater, da der Knabe sich lieber mit Pflanzen als mit Büchern abgab, als untauglich zum Gelehrten einem Schuhmacher in die Lehre gegeben. Dieser Lage entzog ihn <hi rendition="#i">Dr.</hi> Rothmann, der seinen Geist erkannte u. ihn zu sich nahm. 1727 bezog dann L. die Universität zu Lund, hierauf zu Upsala, wo er Medicin studierte und ward sodann Demonstrator am botanischen Garten. 1732 machte er im Auftrage der Regierung eine botanische Reise nach Lappland, hielt nach seiner Rückkehr mineralogische Vorlesungen zu Falun, und begab sich dann nach Leyden, wo er mit Boerhave, Burmann u. andern Gelehrten befreundet wurde und durch Vermittlung des Letztern die Aufsicht über den herrlichen Garten des Banquier Cliffort in Hartekamp erhielt. Während dieses 2jährigen Aufenthaltes in Holland entwickelte er in einfacher u. verständlicher Weise sein Sexualsystem u. schrieb in rascher Folge: &#x201E;<hi rendition="#i">Systema naturae</hi>&#x201C;. Leyden 1735; &#x201E;<hi rendition="#i">Fundamenta botanica</hi>&#x201C;, Leyden 1736; &#x201E;<hi rendition="#i">Flora Lapponica</hi>&#x201C;, Amsterdam 1737; &#x201E;<hi rendition="#i">Genera plantarum</hi>&#x201C;, Leyd. 1737; &#x201E;<hi rendition="#i">Corollarium generum plantarum</hi>&#x201C;, Leyden 1737; &#x201E;<hi rendition="#i">Hortus Cliffortianus</hi>&#x201C;, Amsterd. 1737. Nach Schweden zurückgekehrt, lebte er, trotz seines hohen Ansehens im Auslande, unbeachtet u. in ungünstigen Verhältnissen als Arzt, bis er endlich durch eine glückliche Behandlung der Königin eine ausgedehnte Praxis und durch Verwendung seiner Gönner 1741 eine medicinische, 1742 eine botanische Professur in Upsala erhielt und damit die längst gewünschte ruhige, für seine Forschungen geeignete Stellung. In Upsala wirkte er fortan bis gegen das Ende seines Lebens als eifriger Lehrer und schrieb eine &#x201E;<hi rendition="#i">Materia medica</hi>&#x201C; der 3 Reiche, und seine beiden Hauptwerke: &#x201E;<hi rendition="#i">Philosophia botanica</hi>&#x201C; 1751 und die &#x201E;<hi rendition="#i">Species plantarum</hi>&#x201C;, Stockholm 1753; außerdem an 200 akademische Schriften u. sehr viele Abhandlungen für gelehrte Gesellschaften; st. 1778.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p><hi rendition="#b">Linnen</hi>, der verarbeitete Hanf und Flachs. L.<hi rendition="#g">industrie</hi>, die Verarbeitung jener Gespinnstpflanzen; sie zerfällt in die <hi rendition="#g">Spinnerei</hi> und <hi rendition="#g">Weberei.</hi> Das Spinnen geschah sonst mit der Spindel und dem gewöhnlichen Spinnrade, jetzt größtentheils durch Maschinen. Die Baumwollespinnmaschinen trugen nämlich wesentlich bei, die Leinwand immer mehr durch die wohlfeileren Baumwollestoffe zu verdrängen, daher setzte Napoleon einen Preis von 1 Mill. Frcs. auf die Erfindung einer Spinnmaschine für den Flachs. Allein die seitdem erfundenen Maschinen erwiesen sich als unzureichend; erst seit 1830 ist die Erfindung in England gelungen und dieses hat in der L.industrie seitdem das Festland überflügelt und namentlich die deutsche Ausfuhr beeinträchtigt. Der von der Maschine gesponnene Faden ist schöner u. gleichartiger als bei dem Handgespinnste, nur zu den feinsten Fäden, z. B. zum Spitzengarne scheint die Maschine nicht hinzureichen. Nach der Feinheit des Gewebes zählt man vom Battiste bis zur Packleinwand eine Menge Arten Leinwand; man unterscheidet ferner <hi rendition="#g">glatte</hi> Leinwand, aus gleichen Fäden und ungefärbtem oder nur mitgefärbtem gemischtem Garn, u. <hi rendition="#g">Gebildleinwand</hi> mit eingewebten Mustern aller Art. &#x2013; Die Leinwand hat zwar viel von ihrem früheren Gebiete an die Baumwolle verloren, da sie sich aber zu Hemden, Bettzeug etc. viel mehr eignet, auch viel kühlere Kleidungsstücke liefert als die Baumwolle, daher für die heißen Klimate unentbehrlich ist,
</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[3/0004] Schwedens, mit Waldungen, Eisen-, Blei- und Kupfergruben, 215000 E. auf 200 □M. Die gleichnamige Hauptstadt liegt am Stang, hat einen goth. Dom mit vielen Monumenten, 5100 E. Linke, in der parlamentar. Sprache die Oppositionspartei. Linlithgow (Linlisgo) oder Westlothian, kleine südschott. Grafschaft von 5 2/3 □M., wohlangebaut u. fruchtbar, mit wichtiger Pferde- u. Rindviehzucht, Bergbau auf Steinkohlen, Quadersandstein und Kalk. 31000 E. Hauptort das gleichnamige Städtchen mit 6000 E., an einem kleinen See; an demselben die Ruinen des Schlosses, in welchem Maria Stuart geboren wurde. Linné, Karl v., geb. 1707 zu Rashult in Schweden, der Sohn eines armen Landpfarrers, wurde von seinem Vater, da der Knabe sich lieber mit Pflanzen als mit Büchern abgab, als untauglich zum Gelehrten einem Schuhmacher in die Lehre gegeben. Dieser Lage entzog ihn Dr. Rothmann, der seinen Geist erkannte u. ihn zu sich nahm. 1727 bezog dann L. die Universität zu Lund, hierauf zu Upsala, wo er Medicin studierte und ward sodann Demonstrator am botanischen Garten. 1732 machte er im Auftrage der Regierung eine botanische Reise nach Lappland, hielt nach seiner Rückkehr mineralogische Vorlesungen zu Falun, und begab sich dann nach Leyden, wo er mit Boerhave, Burmann u. andern Gelehrten befreundet wurde und durch Vermittlung des Letztern die Aufsicht über den herrlichen Garten des Banquier Cliffort in Hartekamp erhielt. Während dieses 2jährigen Aufenthaltes in Holland entwickelte er in einfacher u. verständlicher Weise sein Sexualsystem u. schrieb in rascher Folge: „Systema naturae“. Leyden 1735; „Fundamenta botanica“, Leyden 1736; „Flora Lapponica“, Amsterdam 1737; „Genera plantarum“, Leyd. 1737; „Corollarium generum plantarum“, Leyden 1737; „Hortus Cliffortianus“, Amsterd. 1737. Nach Schweden zurückgekehrt, lebte er, trotz seines hohen Ansehens im Auslande, unbeachtet u. in ungünstigen Verhältnissen als Arzt, bis er endlich durch eine glückliche Behandlung der Königin eine ausgedehnte Praxis und durch Verwendung seiner Gönner 1741 eine medicinische, 1742 eine botanische Professur in Upsala erhielt und damit die längst gewünschte ruhige, für seine Forschungen geeignete Stellung. In Upsala wirkte er fortan bis gegen das Ende seines Lebens als eifriger Lehrer und schrieb eine „Materia medica“ der 3 Reiche, und seine beiden Hauptwerke: „Philosophia botanica“ 1751 und die „Species plantarum“, Stockholm 1753; außerdem an 200 akademische Schriften u. sehr viele Abhandlungen für gelehrte Gesellschaften; st. 1778. Linnen, der verarbeitete Hanf und Flachs. L.industrie, die Verarbeitung jener Gespinnstpflanzen; sie zerfällt in die Spinnerei und Weberei. Das Spinnen geschah sonst mit der Spindel und dem gewöhnlichen Spinnrade, jetzt größtentheils durch Maschinen. Die Baumwollespinnmaschinen trugen nämlich wesentlich bei, die Leinwand immer mehr durch die wohlfeileren Baumwollestoffe zu verdrängen, daher setzte Napoleon einen Preis von 1 Mill. Frcs. auf die Erfindung einer Spinnmaschine für den Flachs. Allein die seitdem erfundenen Maschinen erwiesen sich als unzureichend; erst seit 1830 ist die Erfindung in England gelungen und dieses hat in der L.industrie seitdem das Festland überflügelt und namentlich die deutsche Ausfuhr beeinträchtigt. Der von der Maschine gesponnene Faden ist schöner u. gleichartiger als bei dem Handgespinnste, nur zu den feinsten Fäden, z. B. zum Spitzengarne scheint die Maschine nicht hinzureichen. Nach der Feinheit des Gewebes zählt man vom Battiste bis zur Packleinwand eine Menge Arten Leinwand; man unterscheidet ferner glatte Leinwand, aus gleichen Fäden und ungefärbtem oder nur mitgefärbtem gemischtem Garn, u. Gebildleinwand mit eingewebten Mustern aller Art. – Die Leinwand hat zwar viel von ihrem früheren Gebiete an die Baumwolle verloren, da sie sich aber zu Hemden, Bettzeug etc. viel mehr eignet, auch viel kühlere Kleidungsstücke liefert als die Baumwolle, daher für die heißen Klimate unentbehrlich ist,

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-08-19T11:47:18Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-08-19T11:47:18Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): als s transkribiert; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein;




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon04_1856
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon04_1856/4
Zitationshilfe: Herders Conversations-Lexikon. Bd. 4. Freiburg im Breisgau, 1856, S. 3. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon04_1856/4>, abgerufen am 07.02.2023.