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Spindler, Christian Gotthold: Unschuldige Jugend-Früchte. Leipzig, 1745.

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Theatralischer Anhang.
Gewiß, ich wolte mich nicht schämen,
Euch, als mein Kind ins Bett zu nehmen.
Heinrich. (vor sich.)
O Liebe! du bist blind,
Celinde.
Je nu,
Komm, Heinrich, heiß mich du,
Du bist ja gar zu niedlich,
So sauber, appetitlich;
Ein solcher Mann
Der steht mir an.

(zwickt ihn in die Backen.)
Heinrich. (vor sich.)
Das Ding geht dumm, damit ist nichts gethan.
Celinde.
Geh Kind! setz dich ein wenig nieder.
Gleich komm ich wieder!

(Gehet ab.)
SCENA VII.
Peter, Heinrich, Celinde.
Peter. (forne)
O ihr verdammten Liebes-Stricke!
O du verbannisirtes Glücke!
Cupido, ach du Strang, du Dieb,
Celinde hat mich doch nicht lieb.
Jch möchte nur den Narren wissen,
Der mir ihr sprödes Hertz entrissen,
Jch schmeisse solchen mausetodt,
Jch trete ihn zu Quarck und Koth.
Heinrich. (von hinten)
Ach Hoffnung, bleibe du mein Schutz,
Laß
Theatraliſcher Anhang.
Gewiß, ich wolte mich nicht ſchaͤmen,
Euch, als mein Kind ins Bett zu nehmen.
Heinrich. (vor ſich.)
O Liebe! du biſt blind,
Celinde.
Je nu,
Komm, Heinrich, heiß mich du,
Du biſt ja gar zu niedlich,
So ſauber, appetitlich;
Ein ſolcher Mann
Der ſteht mir an.

(zwickt ihn in die Backen.)
Heinrich. (vor ſich.)
Das Ding geht dumm, damit iſt nichts gethan.
Celinde.
Geh Kind! ſetz dich ein wenig nieder.
Gleich komm ich wieder!

(Gehet ab.)
SCENA VII.
Peter, Heinrich, Celinde.
Peter. (forne)
O ihr verdammten Liebes-Stricke!
O du verbanniſirtes Gluͤcke!
Cupido, ach du Strang, du Dieb,
Celinde hat mich doch nicht lieb.
Jch moͤchte nur den Narren wiſſen,
Der mir ihr ſproͤdes Hertz entriſſen,
Jch ſchmeiſſe ſolchen mauſetodt,
Jch trete ihn zu Quarck und Koth.
Heinrich. (von hinten)
Ach Hoffnung, bleibe du mein Schutz,
Laß
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[218/0248] Theatraliſcher Anhang. Gewiß, ich wolte mich nicht ſchaͤmen, Euch, als mein Kind ins Bett zu nehmen. Heinrich. (vor ſich.) O Liebe! du biſt blind, Celinde. Je nu, Komm, Heinrich, heiß mich du, Du biſt ja gar zu niedlich, So ſauber, appetitlich; Ein ſolcher Mann Der ſteht mir an. (zwickt ihn in die Backen.) Heinrich. (vor ſich.) Das Ding geht dumm, damit iſt nichts gethan. Celinde. Geh Kind! ſetz dich ein wenig nieder. Gleich komm ich wieder! (Gehet ab.) SCENA VII. Peter, Heinrich, Celinde. Peter. (forne) O ihr verdammten Liebes-Stricke! O du verbanniſirtes Gluͤcke! Cupido, ach du Strang, du Dieb, Celinde hat mich doch nicht lieb. Jch moͤchte nur den Narren wiſſen, Der mir ihr ſproͤdes Hertz entriſſen, Jch ſchmeiſſe ſolchen mauſetodt, Jch trete ihn zu Quarck und Koth. Heinrich. (von hinten) Ach Hoffnung, bleibe du mein Schutz, Laß

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Zitationshilfe: Spindler, Christian Gotthold: Unschuldige Jugend-Früchte. Leipzig, 1745, S. 218. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/spindler_jugendfruechte_1745/248>, abgerufen am 23.04.2021.