Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Thomasius, Christian: Ernsthaffte, aber doch Muntere und Vernünfftige Thomasische Gedancken und Errinnerungen über allerhand außerlesene Juristische Händel. Zweyter Theil. Halle, 1724.

Bild:
<< vorherige Seite
VI. Handel. Eines Politici zu Halle ausführliches anno 1614. verfertigtes Bedencken / warum er sich zur Formula Concordiae nicht verpflichten könne.
Hochwürdigster / Durchlauchtigster / Hochgebohrner Fürst / E. F. G. seynd meine unterthänigste / gehorsame und geflissene Dienste stetiges bereit.
Gnädigster Herr.
ZU meiner Wiederkunfft aus der Chur- und Marck-Brandenburg habe ich E. F. G. in dero alten Stand nicht: besondern dessen gäntzlich entlediget funden: Darnebst aber gleichwohl vernommen, daß es hiebey nicht blieben, sondern E. F. G. von E. Hoch-Ehrwürdigen Dom Capitel etc in kurtzen de novo postuliret werden, und also zu diesem Ertz Stifft auf billige, auch sowohl E. F. G. reputation anständige und erträgliche, als dem gemeinem Ertzstifftischen Wesen nothwendige Bedingniß und Capitulata hinwieder gelangen würden. Demnach nun solches vermittelst erfolgter neuer postulation nunmehr seine würckliche Vollziehung erlanget: Als wünsche ich von Grund meines Hertzens, daß so wohl E. F. G. als auch ein Hoch-Ehrwürdiges Dom-Capitel und gantze Landschafft sich hiernechst viel und lauge Zeit darbey gar wohl befinden mögen. Denn wiewohl vermittelst dieser Alteration ich nunmehro meiner alten Pflicht gar gefreyet, und bey des Allmächtigen Providenz und Direction stehet, ob und wie ich uf E. F. G. bey mir angestellete gnädigste Muthung, mit meiner Person, und dero fernern Obligation weiters halten möchte oder nicht: So ists jedennoch auch ausser meiner anderweit Verwandniß mit meiner einmahl zu E. F. G. gesetzter Affection also gethan, daß in Krafft deroselben mir nichts erfreulichers fallen kan, als daß ich erfahren mag, daß es E. F G. allenthalben glücklich und wohlfährig ergehet: Will es GOtt, daß ich noch, wie vorher, etwas dazu rathen und schaffen helffen kan, so soll es gewißlich meines wenigen Orts an aller meiner Mügligkeit darunter nichts abgehen. Nachdem es aber anitzo dahin kommen, daß E. F. G. von mir oder andern nicht serviret werden mag, es sey dann Sach, daß man zu der alten anno 30. übergebenen Augspurgischen Confession und zu der Formula Concordiae, laut der Ca
VI. Handel. Eines Politici zu Halle ausführliches anno 1614. verfertigtes Bedencken / warum er sich zur Formula Concordiae nicht verpflichten könne.
Hochwürdigster / Durchlauchtigster / Hochgebohrner Fürst / E. F. G. seynd meine unterthänigste / gehorsame und geflissene Dienste stetiges bereit.
Gnädigster Herr.
ZU meiner Wiederkunfft aus der Chur- und Marck-Brandenburg habe ich E. F. G. in dero alten Stand nicht: besondern dessen gäntzlich entlediget funden: Darnebst aber gleichwohl vernom̃en, daß es hiebey nicht blieben, sondern E. F. G. von E. Hoch-Ehrwürdigen Dom Capitel etc in kurtzen de novo postuliret werden, und also zu diesem Ertz Stifft auf billige, auch sowohl E. F. G. reputation anständige und erträgliche, als dem gemeinem Ertzstifftischen Wesen nothwendige Bedingniß und Capitulata hinwieder gelangen würden. Demnach nun solches vermittelst erfolgter neuer postulation nunmehr seine würckliche Vollziehung erlanget: Als wünsche ich von Grund meines Hertzens, daß so wohl E. F. G. als auch ein Hoch-Ehrwürdiges Dom-Capitel und gantze Landschafft sich hiernechst viel und lauge Zeit darbey gar wohl befinden mögen. Denn wiewohl vermittelst dieser Alteration ich nunmehro meiner alten Pflicht gar gefreyet, und bey des Allmächtigen Providenz und Direction stehet, ob und wie ich uf E. F. G. bey mir angestellete gnädigste Muthung, mit meiner Person, und dero fernern Obligation weiters halten möchte oder nicht: So ists jedennoch auch ausser meiner anderweit Verwandniß mit meiner einmahl zu E. F. G. gesetzter Affection also gethan, daß in Krafft deroselben mir nichts erfreulichers fallen kan, als daß ich erfahren mag, daß es E. F G. allenthalben glücklich und wohlfährig ergehet: Will es GOtt, daß ich noch, wie vorher, etwas dazu rathen und schaffen helffen kan, so soll es gewißlich meines wenigen Orts an aller meiner Mügligkeit darunter nichts abgehen. Nachdem es aber anitzo dahin kommen, daß E. F. G. von mir oder andern nicht serviret werden mag, es sey dann Sach, daß man zu der alten anno 30. übergebenen Augspurgischen Confession und zu der Formula Concordiae, laut der Ca
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <pb facs="#f0210" n="202"/>
      </div>
      <div>
        <head>VI. Handel. Eines Politici zu Halle ausführliches anno 1614. verfertigtes                      Bedencken / warum er sich zur Formula Concordiae nicht verpflichten                  könne.</head><lb/>
      </div>
      <div>
        <head>Hochwürdigster / Durchlauchtigster / Hochgebohrner Fürst / E. F. G. seynd                      meine unterthänigste / gehorsame und geflissene Dienste stetiges bereit.</head><lb/>
      </div>
      <div>
        <head>Gnädigster Herr.</head><lb/>
        <l>ZU meiner Wiederkunfft aus der Chur- und Marck-Brandenburg habe ich E. F. G. in                      dero alten Stand nicht: besondern dessen gäntzlich entlediget funden: Darnebst                      aber gleichwohl vernom&#x0303;en, daß es hiebey nicht blieben, sondern E.                      F. G. von E. Hoch-Ehrwürdigen Dom Capitel etc in kurtzen de novo postuliret                      werden, und also zu diesem Ertz Stifft auf billige, auch sowohl E. F. G.                      reputation anständige und erträgliche, als dem gemeinem Ertzstifftischen Wesen                      nothwendige Bedingniß und Capitulata hinwieder gelangen würden.</l>
        <l>Demnach nun solches vermittelst erfolgter neuer postulation nunmehr seine                      würckliche Vollziehung erlanget: Als wünsche ich von Grund meines Hertzens, daß                      so wohl E. F. G. als auch ein Hoch-Ehrwürdiges Dom-Capitel und gantze                      Landschafft sich hiernechst viel und lauge Zeit darbey gar wohl befinden mögen.</l>
        <l>Denn wiewohl vermittelst dieser Alteration ich nunmehro meiner alten Pflicht gar                      gefreyet, und bey des Allmächtigen Providenz und Direction stehet, ob und wie                      ich uf E. F. G. bey mir angestellete gnädigste Muthung, mit meiner Person, und                      dero fernern Obligation weiters halten möchte oder nicht: So ists jedennoch auch                      ausser meiner anderweit Verwandniß mit meiner einmahl zu E. F. G. gesetzter                      Affection also gethan, daß in Krafft deroselben mir nichts erfreulichers fallen                      kan, als daß ich erfahren mag, daß es E. F G. allenthalben glücklich und                      wohlfährig ergehet: Will es GOtt, daß ich noch, wie vorher, etwas dazu rathen                      und schaffen helffen kan, so soll es gewißlich meines wenigen Orts an aller                      meiner Mügligkeit darunter nichts abgehen.</l>
        <l>Nachdem es aber anitzo dahin kommen, daß E. F. G. von mir oder andern nicht                      serviret werden mag, es sey dann Sach, daß man zu der alten anno 30. übergebenen                      Augspurgischen Confession und zu der Formula Concordiae, laut der Ca
</l>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[202/0210] VI. Handel. Eines Politici zu Halle ausführliches anno 1614. verfertigtes Bedencken / warum er sich zur Formula Concordiae nicht verpflichten könne. Hochwürdigster / Durchlauchtigster / Hochgebohrner Fürst / E. F. G. seynd meine unterthänigste / gehorsame und geflissene Dienste stetiges bereit. Gnädigster Herr. ZU meiner Wiederkunfft aus der Chur- und Marck-Brandenburg habe ich E. F. G. in dero alten Stand nicht: besondern dessen gäntzlich entlediget funden: Darnebst aber gleichwohl vernom̃en, daß es hiebey nicht blieben, sondern E. F. G. von E. Hoch-Ehrwürdigen Dom Capitel etc in kurtzen de novo postuliret werden, und also zu diesem Ertz Stifft auf billige, auch sowohl E. F. G. reputation anständige und erträgliche, als dem gemeinem Ertzstifftischen Wesen nothwendige Bedingniß und Capitulata hinwieder gelangen würden. Demnach nun solches vermittelst erfolgter neuer postulation nunmehr seine würckliche Vollziehung erlanget: Als wünsche ich von Grund meines Hertzens, daß so wohl E. F. G. als auch ein Hoch-Ehrwürdiges Dom-Capitel und gantze Landschafft sich hiernechst viel und lauge Zeit darbey gar wohl befinden mögen. Denn wiewohl vermittelst dieser Alteration ich nunmehro meiner alten Pflicht gar gefreyet, und bey des Allmächtigen Providenz und Direction stehet, ob und wie ich uf E. F. G. bey mir angestellete gnädigste Muthung, mit meiner Person, und dero fernern Obligation weiters halten möchte oder nicht: So ists jedennoch auch ausser meiner anderweit Verwandniß mit meiner einmahl zu E. F. G. gesetzter Affection also gethan, daß in Krafft deroselben mir nichts erfreulichers fallen kan, als daß ich erfahren mag, daß es E. F G. allenthalben glücklich und wohlfährig ergehet: Will es GOtt, daß ich noch, wie vorher, etwas dazu rathen und schaffen helffen kan, so soll es gewißlich meines wenigen Orts an aller meiner Mügligkeit darunter nichts abgehen. Nachdem es aber anitzo dahin kommen, daß E. F. G. von mir oder andern nicht serviret werden mag, es sey dann Sach, daß man zu der alten anno 30. übergebenen Augspurgischen Confession und zu der Formula Concordiae, laut der Ca

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Obrigkeitskritik und Fürstenberatung: Die Oberhofprediger in Braunschweig-Wolfenbüttel 1568-1714: Bereitstellung der Texttranskription und Auszeichnung in XML/TEI. (2013-02-15T13:54:31Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme entsprechen muss.
Wolfenbütteler Digitale Bibliothek: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-02-15T13:54:31Z)
Marcus Baumgarten, Frederike Neuber, Frank Wiegand: Konvertierung nach XML gemäß DTA-Basisformat, Tagging der Titelblätter, Korrekturen der Transkription. (2013-02-15T13:54:31Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Langes s (ſ) wird als rundes s (s) wiedergegeben.
  • Rundes r (ꝛ) wird als normales r (r) wiedergegeben bzw. in der Kombination ꝛc. als et (etc.) aufgelöst.
  • Die Majuskel J im Frakturdruck wird in der Transkription je nach Lautwert als I bzw. J wiedergegeben.
  • Übergeschriebenes „e“ über „a“, „o“ und „u“ wird als „ä“, „ö“, „ü“ transkribiert.
  • Ligaturen werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Zeilengrenzen hinweg werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Seitengrenzen hinweg werden beibehalten.
  • Kolumnentitel, Bogensignaturen und Kustoden werden nicht erfasst.
  • Griechische Schrift wird nicht transkribiert, sondern im XML mit <foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign> vermerkt.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/thomasius_ernsthaffte02_1724
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/thomasius_ernsthaffte02_1724/210
Zitationshilfe: Thomasius, Christian: Ernsthaffte, aber doch Muntere und Vernünfftige Thomasische Gedancken und Errinnerungen über allerhand außerlesene Juristische Händel. Zweyter Theil. Halle, 1724, S. 202. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/thomasius_ernsthaffte02_1724/210>, abgerufen am 17.04.2021.