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Varnhagen von Ense, Karl August: Denkwürdigkeiten und vermischte Schriften. Bd. 1. Mannheim, 1837.

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Im Jahre 1815 war er mit den Truppen in Paris,
wo er den Grafen von Schlabrendorf persönlich kennen
lernte. Beide achteten sich gegenseitig, zogen einander
jedoch nicht an. Meyern erhielt den Auftrag, die aus
den österreichischen Staaten in Paris befindlichen Kunst¬
werke in ihre Heimath zurückzusenden. Später lebte
er in Rom, der dortigen österreichischen Botschaft bei¬
gegeben. In Frankfurt am Main war er, so viel uns
bekannt, der Bundes-Militärkommission zugetheilt. Im
Jahre 1809 war er Hauptmann, nach zwanzig Jahren
war er es noch; freilich führte er den schönen Namen
mit der That, und bedurfte für seine eigne Zufrieden¬
heit keines höheren! --

(Seitdem ist eine treffliche Lebensbeschreibung des
würdigen Mannes von edler und fester Hand in den
Zeitgenossen (Leipzig bei Brockhaus) erschienen, und
höchst schätzbare, anziehende und gehaltreiche Nachrichten
von ihm hat Theodor Mundt in der Zeitschrift Zodiakus
und in dem ersten Theile seiner Dioskuren dankenswerth
mitgetheilt.)


Im Jahre 1815 war er mit den Truppen in Paris,
wo er den Grafen von Schlabrendorf perſoͤnlich kennen
lernte. Beide achteten ſich gegenſeitig, zogen einander
jedoch nicht an. Meyern erhielt den Auftrag, die aus
den oͤſterreichiſchen Staaten in Paris befindlichen Kunſt¬
werke in ihre Heimath zuruͤckzuſenden. Spaͤter lebte
er in Rom, der dortigen oͤſterreichiſchen Botſchaft bei¬
gegeben. In Frankfurt am Main war er, ſo viel uns
bekannt, der Bundes-Militaͤrkommiſſion zugetheilt. Im
Jahre 1809 war er Hauptmann, nach zwanzig Jahren
war er es noch; freilich fuͤhrte er den ſchoͤnen Namen
mit der That, und bedurfte fuͤr ſeine eigne Zufrieden¬
heit keines hoͤheren! —

(Seitdem iſt eine treffliche Lebensbeſchreibung des
wuͤrdigen Mannes von edler und feſter Hand in den
Zeitgenoſſen (Leipzig bei Brockhaus) erſchienen, und
hoͤchſt ſchaͤtzbare, anziehende und gehaltreiche Nachrichten
von ihm hat Theodor Mundt in der Zeitſchrift Zodiakus
und in dem erſten Theile ſeiner Dioskuren dankenswerth
mitgetheilt.)


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[312/0326] Im Jahre 1815 war er mit den Truppen in Paris, wo er den Grafen von Schlabrendorf perſoͤnlich kennen lernte. Beide achteten ſich gegenſeitig, zogen einander jedoch nicht an. Meyern erhielt den Auftrag, die aus den oͤſterreichiſchen Staaten in Paris befindlichen Kunſt¬ werke in ihre Heimath zuruͤckzuſenden. Spaͤter lebte er in Rom, der dortigen oͤſterreichiſchen Botſchaft bei¬ gegeben. In Frankfurt am Main war er, ſo viel uns bekannt, der Bundes-Militaͤrkommiſſion zugetheilt. Im Jahre 1809 war er Hauptmann, nach zwanzig Jahren war er es noch; freilich fuͤhrte er den ſchoͤnen Namen mit der That, und bedurfte fuͤr ſeine eigne Zufrieden¬ heit keines hoͤheren! — (Seitdem iſt eine treffliche Lebensbeſchreibung des wuͤrdigen Mannes von edler und feſter Hand in den Zeitgenoſſen (Leipzig bei Brockhaus) erſchienen, und hoͤchſt ſchaͤtzbare, anziehende und gehaltreiche Nachrichten von ihm hat Theodor Mundt in der Zeitſchrift Zodiakus und in dem erſten Theile ſeiner Dioskuren dankenswerth mitgetheilt.)

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Zitationshilfe: Varnhagen von Ense, Karl August: Denkwürdigkeiten und vermischte Schriften. Bd. 1. Mannheim, 1837, S. 312. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/varnhagen_denkwuerdigkeiten01_1837/326>, abgerufen am 27.09.2021.