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Wolff, Caspar Friedrich: Theorie von der Generation. Berlin, 1764.

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ausgetrieben ist; so gehen alsdannTheile vor-
geht.

dreyerley Veränderungen zugleich mit
ihm vor. Vors erste da der Theil, aus welchem
der Saft herausgetrieben ist, und zwar an dem-
selben Orte, wo er herausgetrieben ist, und in der
Gestalt eines Tropfens, oder Randes, oder Hü-
gels anhängt, nach so wohl, wie vor, fortfahren
wird, eben dergleichen Saft noch beständig aus-
zutreiben; so wird durch diesen neu hinzukommen-
den und in sie einzudringenden Saft, der Hügel,
der Rand, die kleine Kugel zu nehmen, sich aus-
dehnen, und größer werden. Zugleich aber wird
Zweytens der zu allererst ausgetriebene Saft, wel-
cher nun der älteste ist, eben durch diese Dauer,
oder durch die Länge der Zeit, nach und nach im-
mer zäher, fester und solider werden. Zum Drit-
ten endlich wird auch zu gleicher Zeit eben wieder
durch den neu hinzukommenden Saft, der nun
schon etwas fest gewordene und in einen Cylinder
oder Kegel oder Fläche ausgedehnte junge Theil
nach seinen inneren Theilen organisirt; indem
nemlich durch diesen beständig zufließenden neuen
Saft, auf die in den vorigen Kapiteln beschrie-
bene Art, Bläschen oder Gefäße in ihm formirt
werden. Auf diese Art also wird der Theil, wel-
cher zuerst nur ein bloßer Saft war, nachhero ein
zwar etwas fester, aber doch noch unorganischer
Theil wurde, endlich in einen vollkommenen or-
ganischen Theil verwandelt, und welches wohl zu
merken ist, durch die einzige Würkung, wodurch
die Gefäße oder die Bläschen formirt werden, werden

zu-

der vor ſich ſelbſt beſtehenden, ꝛc.
ausgetrieben iſt; ſo gehen alsdannTheile vor-
geht.

dreyerley Veraͤnderungen zugleich mit
ihm vor. Vors erſte da der Theil, aus welchem
der Saft herausgetrieben iſt, und zwar an dem-
ſelben Orte, wo er herausgetrieben iſt, und in der
Geſtalt eines Tropfens, oder Randes, oder Huͤ-
gels anhaͤngt, nach ſo wohl, wie vor, fortfahren
wird, eben dergleichen Saft noch beſtaͤndig aus-
zutreiben; ſo wird durch dieſen neu hinzukommen-
den und in ſie einzudringenden Saft, der Huͤgel,
der Rand, die kleine Kugel zu nehmen, ſich aus-
dehnen, und groͤßer werden. Zugleich aber wird
Zweytens der zu allererſt ausgetriebene Saft, wel-
cher nun der aͤlteſte iſt, eben durch dieſe Dauer,
oder durch die Laͤnge der Zeit, nach und nach im-
mer zaͤher, feſter und ſolider werden. Zum Drit-
ten endlich wird auch zu gleicher Zeit eben wieder
durch den neu hinzukommenden Saft, der nun
ſchon etwas feſt gewordene und in einen Cylinder
oder Kegel oder Flaͤche ausgedehnte junge Theil
nach ſeinen inneren Theilen organiſirt; indem
nemlich durch dieſen beſtaͤndig zufließenden neuen
Saft, auf die in den vorigen Kapiteln beſchrie-
bene Art, Blaͤschen oder Gefaͤße in ihm formirt
werden. Auf dieſe Art alſo wird der Theil, wel-
cher zuerſt nur ein bloßer Saft war, nachhero ein
zwar etwas feſter, aber doch noch unorganiſcher
Theil wurde, endlich in einen vollkommenen or-
ganiſchen Theil verwandelt, und welches wohl zu
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die Gefaͤße oder die Blaͤschen formirt werden, werden

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[191/0213] der vor ſich ſelbſt beſtehenden, ꝛc. ausgetrieben iſt; ſo gehen alsdann dreyerley Veraͤnderungen zugleich mit ihm vor. Vors erſte da der Theil, aus welchem der Saft herausgetrieben iſt, und zwar an dem- ſelben Orte, wo er herausgetrieben iſt, und in der Geſtalt eines Tropfens, oder Randes, oder Huͤ- gels anhaͤngt, nach ſo wohl, wie vor, fortfahren wird, eben dergleichen Saft noch beſtaͤndig aus- zutreiben; ſo wird durch dieſen neu hinzukommen- den und in ſie einzudringenden Saft, der Huͤgel, der Rand, die kleine Kugel zu nehmen, ſich aus- dehnen, und groͤßer werden. Zugleich aber wird Zweytens der zu allererſt ausgetriebene Saft, wel- cher nun der aͤlteſte iſt, eben durch dieſe Dauer, oder durch die Laͤnge der Zeit, nach und nach im- mer zaͤher, feſter und ſolider werden. Zum Drit- ten endlich wird auch zu gleicher Zeit eben wieder durch den neu hinzukommenden Saft, der nun ſchon etwas feſt gewordene und in einen Cylinder oder Kegel oder Flaͤche ausgedehnte junge Theil nach ſeinen inneren Theilen organiſirt; indem nemlich durch dieſen beſtaͤndig zufließenden neuen Saft, auf die in den vorigen Kapiteln beſchrie- bene Art, Blaͤschen oder Gefaͤße in ihm formirt werden. Auf dieſe Art alſo wird der Theil, wel- cher zuerſt nur ein bloßer Saft war, nachhero ein zwar etwas feſter, aber doch noch unorganiſcher Theil wurde, endlich in einen vollkommenen or- ganiſchen Theil verwandelt, und welches wohl zu merken iſt, durch die einzige Wuͤrkung, wodurch die Gefaͤße oder die Blaͤschen formirt werden, werden zu- Theile vor- geht.

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Zitationshilfe: Wolff, Caspar Friedrich: Theorie von der Generation. Berlin, 1764, S. 191. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/wolff_theorie_1764/213>, abgerufen am 13.04.2024.