Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Walther, Lucas: Christliche Leichpredigt/ Bey dem Begräbnis. Breslau, 1612.

Bild:
<< vorherige Seite

führet hat. So viel vom Andern. Nu sollen wir auch hö-
ren

Vom Dritten.
Vber wen doch das RegimentIII.
Vber wen
das Regi-
mendt des
Todes ge-
he.

deß Todes gehe?

VBer alle Menschen auff Erden/ keinen ausgenom-
men/ gehet das Regiment deß Todes/ davon zeuget
vnd redet der Prophet vnnd König David im 89.
Psalm: Wo ist jemand der da lebet vnd den Todt nicht sehe.Psal. 89.
Vnd an einem andern Ort stehet: Wir sterben alle deß To-1. Sa. 24.
des. Der Weise stirbt auch/ so wol als der Narr/ saget der
Prediger Salomon, Die listige Paradiß Schlange sagteEccles. 2.
zwar zu vnsern ersten Eltern: Jhr werdet mit nichten ster-
ben: Aber die erbarmliche Flucht/ vnd das furchtsame vor-Genes. 3.
stecken für dem Angesichte Gottes deß HERREN/ zeigete
gnugsam an/ das sie sterblich worden: Dannenher der andäch-
tige Bernhardus saget: Wo ists du Lügner/ das du gesagetBern. ser.
2. d. Nat.
Domini.

hast: Jhr werdet mit nichten sterben/ Ecce morimur O-
MNES,
Sihe/ wir sterben ALLE. Von diesem Regiment
deß Todes ist niemand befreyet/ Auch der König ist ein sterb-Sapien. 7.
licher Mensch wie die andern/ Es sterben beyde klein vnd groß//Hiob 3.
Knecht/ vnd der von seinem Herren frey gelassen ist. Jn sum-
ma/ Reich vnd Arm/ Klein vnnd Groß/ Jung vnd Alt ster-
ben/ vnd müssen den Weg aller Welt gehen. Ja auch ein
Kind eines Tages alt/ ist für dem Tode nicht sicher. Vnd
ob wol der Allmechtige Gott die Könige/ Fürsten/ vnd Re-
genten selbst rühmet/ vnd dieselbigen ob muneris sanctita-
tem,
Wegen jhres tragenden Ampts ehret/ vnd nennet sie
Götter: So saget er doch auch von jhnen: Jhr werdet sterbenPsal. 82.
wie Menschen. Aus welchem allem wir sehen vnd hören/Hiob 10.
Das im Lande deß Todes keine Ordnung sey. Jsts nuhSyr. 40.
nicht ein elend jämmerlich ding vmb aller Menschen Leben/

dieweil

fuͤhret hat. So viel vom Andern. Nu ſollen wir auch hoͤ-
ren

Vom Dritten.
Vber wen doch das RegimentIII.
Vber wen
das Regi-
mendt des
Todes ge-
he.

deß Todes gehe?

VBer alle Menſchen auff Erden/ keinen ausgenom-
men/ gehet das Regiment deß Todes/ davon zeuget
vnd redet der Prophet vnnd Koͤnig David im 89.
Pſalm: Wo iſt jemand der da lebet vnd den Todt nicht ſehe.Pſal. 89.
Vnd an einem andern Ort ſtehet: Wir ſterben alle deß To-1. Sa. 24.
des. Der Weiſe ſtirbt auch/ ſo wol als der Narr/ ſaget der
Prediger Salomon, Die liſtige Paradiß Schlange ſagteEccleſ. 2.
zwar zu vnſern erſten Eltern: Jhr werdet mit nichten ſter-
ben: Aber die erbarmliche Flucht/ vnd das furchtſame vor-Geneſ. 3.
ſtecken fuͤr dem Angeſichte Gottes deß HERREN/ zeigete
gnugſam an/ das ſie ſterblich worden: Dannenher der andaͤch-
tige Bernhardus ſaget: Wo iſts du Luͤgner/ das du geſagetBern. ſer.
2. d. Nat.
Domini.

haſt: Jhr werdet mit nichten ſterben/ Ecce morimur O-
MNES,
Sihe/ wir ſterben ALLE. Von dieſem Regiment
deß Todes iſt niemand befreyet/ Auch der Koͤnig iſt ein ſterb-Sapiẽ. 7.
licher Menſch wie die andern/ Es ſterben beyde klein vnd groß//Hiob 3.
Knecht/ vnd der von ſeinem Herren frey gelaſſen iſt. Jn ſum-
ma/ Reich vnd Arm/ Klein vnnd Groß/ Jung vnd Alt ſter-
ben/ vnd muͤſſen den Weg aller Welt gehen. Ja auch ein
Kind eines Tages alt/ iſt fuͤr dem Tode nicht ſicher. Vnd
ob wol der Allmechtige Gott die Koͤnige/ Fuͤrſten/ vnd Re-
genten ſelbſt ruͤhmet/ vnd dieſelbigen ob muneris ſanctita-
tem,
Wegen jhres tragenden Ampts ehret/ vnd nennet ſie
Goͤtter: So ſaget er doch auch von jhnen: Jhr werdet ſterbenPſal. 82.
wie Menſchen. Aus welchem allem wir ſehen vnd hoͤren/Hiob 10.
Das im Lande deß Todes keine Ordnung ſey. Jſts nuhSyr. 40.
nicht ein elend jaͤmmerlich ding vmb aller Menſchen Leben/

dieweil
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="fsSermon" n="1">
        <div type="fsMainPart" n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <p><pb facs="#f0023" n="[23]"/>
fu&#x0364;hret hat. So viel vom Andern. Nu &#x017F;ollen wir auch ho&#x0364;-<lb/>
ren</p>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head>Vom Dritten.<lb/>
Vber wen doch das Regiment<note place="right"><hi rendition="#aq">III.</hi><lb/>
Vber wen<lb/>
das Regi-<lb/>
mendt des<lb/>
Todes ge-<lb/>
he.</note><lb/>
deß Todes gehe?</head><lb/>
              <p><hi rendition="#in">V</hi>Ber alle Men&#x017F;chen auff Erden/ keinen ausgenom-<lb/>
men/ gehet das Regiment deß Todes/ davon zeuget<lb/>
vnd redet der Prophet vnnd Ko&#x0364;nig David im 89.<lb/>
P&#x017F;alm<hi rendition="#i">:</hi> Wo i&#x017F;t jemand der da lebet vnd den Todt nicht &#x017F;ehe.<note place="right"><hi rendition="#aq">P&#x017F;al.</hi> 89.</note><lb/>
Vnd an einem andern Ort &#x017F;tehet: Wir &#x017F;terben alle deß To-<note place="right">1. <hi rendition="#aq">Sa.</hi> 24.</note><lb/>
des. Der Wei&#x017F;e &#x017F;tirbt auch/ &#x017F;o wol als der Narr/ &#x017F;aget der<lb/>
Prediger <hi rendition="#aq">Salomon,</hi> Die li&#x017F;tige Paradiß Schlange &#x017F;agte<note place="right"><hi rendition="#aq">Eccle&#x017F;.</hi> 2.</note><lb/>
zwar zu vn&#x017F;ern er&#x017F;ten Eltern: Jhr werdet mit nichten &#x017F;ter-<lb/>
ben: Aber die erbarmliche Flucht/ vnd das furcht&#x017F;ame vor-<note place="right"><hi rendition="#aq">Gene&#x017F;.</hi> 3.</note><lb/>
&#x017F;tecken fu&#x0364;r dem Ange&#x017F;ichte Gottes deß HERREN/ zeigete<lb/>
gnug&#x017F;am an/ das &#x017F;ie &#x017F;terblich worden: Dannenher der anda&#x0364;ch-<lb/>
tige <hi rendition="#aq">Bernhardus</hi> &#x017F;aget: Wo i&#x017F;ts du Lu&#x0364;gner/ das du ge&#x017F;aget<note place="right"><hi rendition="#aq">Bern. &#x017F;er.<lb/>
2. d. Nat.<lb/>
Domini.</hi></note><lb/>
ha&#x017F;t: Jhr werdet mit nichten &#x017F;terben/ <hi rendition="#aq">Ecce morimur O-<lb/>
MNES,</hi> Sihe/ wir &#x017F;terben ALLE. Von die&#x017F;em Regiment<lb/>
deß Todes i&#x017F;t niemand befreyet/ Auch der Ko&#x0364;nig i&#x017F;t ein &#x017F;terb-<note place="right"><hi rendition="#aq">Sapie&#x0303;.</hi> 7.</note><lb/>
licher Men&#x017F;ch wie die andern/ Es &#x017F;terben beyde klein vnd groß//<note place="right"><hi rendition="#aq">Hiob</hi> 3.</note><lb/>
Knecht/ vnd der von &#x017F;einem Herren frey gela&#x017F;&#x017F;en i&#x017F;t. Jn &#x017F;um-<lb/>
ma/ Reich vnd Arm/ Klein vnnd Groß/ Jung vnd Alt &#x017F;ter-<lb/>
ben/ vnd mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en den Weg aller Welt gehen. Ja auch ein<lb/>
Kind eines Tages alt/ i&#x017F;t fu&#x0364;r dem Tode nicht &#x017F;icher. Vnd<lb/>
ob wol der Allmechtige Gott die Ko&#x0364;nige/ Fu&#x0364;r&#x017F;ten/ vnd Re-<lb/>
genten &#x017F;elb&#x017F;t ru&#x0364;hmet/ vnd die&#x017F;elbigen <hi rendition="#aq">ob muneris &#x017F;anctita-<lb/>
tem,</hi> Wegen jhres tragenden Ampts ehret/ vnd nennet &#x017F;ie<lb/>
Go&#x0364;tter: So &#x017F;aget er doch auch von jhnen: Jhr werdet &#x017F;terben<note place="right"><hi rendition="#aq">P&#x017F;al.</hi> 82.</note><lb/>
wie Men&#x017F;chen. Aus welchem allem wir &#x017F;ehen vnd ho&#x0364;ren/<note place="right"><hi rendition="#aq">Hiob</hi> 10.</note><lb/>
Das im Lande deß Todes keine Ordnung &#x017F;ey. J&#x017F;ts nuh<note place="right"><hi rendition="#aq">Syr.</hi> 40.</note><lb/>
nicht ein elend ja&#x0364;mmerlich ding vmb aller Men&#x017F;chen Leben/<lb/>
<fw type="catch" place="bottom">dieweil</fw><lb/></p>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[23]/0023] fuͤhret hat. So viel vom Andern. Nu ſollen wir auch hoͤ- ren Vom Dritten. Vber wen doch das Regiment deß Todes gehe? VBer alle Menſchen auff Erden/ keinen ausgenom- men/ gehet das Regiment deß Todes/ davon zeuget vnd redet der Prophet vnnd Koͤnig David im 89. Pſalm: Wo iſt jemand der da lebet vnd den Todt nicht ſehe. Vnd an einem andern Ort ſtehet: Wir ſterben alle deß To- des. Der Weiſe ſtirbt auch/ ſo wol als der Narr/ ſaget der Prediger Salomon, Die liſtige Paradiß Schlange ſagte zwar zu vnſern erſten Eltern: Jhr werdet mit nichten ſter- ben: Aber die erbarmliche Flucht/ vnd das furchtſame vor- ſtecken fuͤr dem Angeſichte Gottes deß HERREN/ zeigete gnugſam an/ das ſie ſterblich worden: Dannenher der andaͤch- tige Bernhardus ſaget: Wo iſts du Luͤgner/ das du geſaget haſt: Jhr werdet mit nichten ſterben/ Ecce morimur O- MNES, Sihe/ wir ſterben ALLE. Von dieſem Regiment deß Todes iſt niemand befreyet/ Auch der Koͤnig iſt ein ſterb- licher Menſch wie die andern/ Es ſterben beyde klein vnd groß// Knecht/ vnd der von ſeinem Herren frey gelaſſen iſt. Jn ſum- ma/ Reich vnd Arm/ Klein vnnd Groß/ Jung vnd Alt ſter- ben/ vnd muͤſſen den Weg aller Welt gehen. Ja auch ein Kind eines Tages alt/ iſt fuͤr dem Tode nicht ſicher. Vnd ob wol der Allmechtige Gott die Koͤnige/ Fuͤrſten/ vnd Re- genten ſelbſt ruͤhmet/ vnd dieſelbigen ob muneris ſanctita- tem, Wegen jhres tragenden Ampts ehret/ vnd nennet ſie Goͤtter: So ſaget er doch auch von jhnen: Jhr werdet ſterben wie Menſchen. Aus welchem allem wir ſehen vnd hoͤren/ Das im Lande deß Todes keine Ordnung ſey. Jſts nuh nicht ein elend jaͤmmerlich ding vmb aller Menſchen Leben/ dieweil Pſal. 89. 1. Sa. 24. Eccleſ. 2. Geneſ. 3. Bern. ſer. 2. d. Nat. Domini. Sapiẽ. 7. Hiob 3. Pſal. 82. Hiob 10. Syr. 40.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/523661
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/523661/23
Zitationshilfe: Walther, Lucas: Christliche Leichpredigt/ Bey dem Begräbnis. Breslau, 1612, S. [23]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/523661/23>, abgerufen am 26.07.2021.