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Eckarth, Friedrich: Chronica Oder Historische Beschreibung Des Dorffes Herwigsdorff. 1737.

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XI. Warme Winter.

Anno 1673. Anfang Jan. konten die Bauern aufn Aeckern arbeiten. Gr.

Anno 1675. die H. drey Könige Woche, war solch Frühlings-Wetter, daß die Bauern hin und wieder aufn Aeckern gearbeitet und geeget haben. Gr.

Anno 1686. im Jan. war solch warm Wetter, daß die Bauern ackern konten, und die Leute von einem Orte zum andern Baarfuß gehen konten. Im Febr. war auch kein Frost. Den 5. und 6. Martz waren die zwey kältesten Nächte dieses Winters, hernach wieder schön und warm. Den 7. Apr. fingen die Kirschbäume an zu blühen. Gr.

Anno 1699. in der Mitten des Jan. konten die Bauern Ackern, so warm wars.

Anno 1702. war ein recht warmer Winter, im Jan. und Febr. war recht warmes Frühlings-Wetter ohne Frost und Schnee, der Martz und April, sind etwas kälter als die vorigen gewesen, mit Nacht-Frösten, doch ohne Schnee.

Anno 1708. im Jan. war recht warmes Wetter, dergleichen fast keinen Menschen gedachte. Nehmlich von 1. bis 25. Jan. ist es so warm, und ohn allen Schnee gewesen, daß auch der Schulmeister Weber den 11. Jan. lassen Korn säen, welches den 13. Febr. aufgegangen. Den 19. Jan. kam Regenwetter, wehrte bis den 25. da es einen Schnee legte, welcher aber den 28. gantz wieder abgienge, und fing sich voriges warmes Wetter wieder an. Den 21. Jan. Abends kam ein starck Donnerwetter, welches den Leuten seltzam für kam, indem es schien, als wolte sich der Winter gantz in Sommer verwandeln. Im Februario aber hat es bißweilen Schnee und Kälte gesetzt.

Anno 1714. von 1. biß 15. Jan. war solch warm Wetter, mit Sonnenschein und Regen vermengt, ohne allen Schnee und Frost, dergleichen vielmahl in Sommer nicht ist.

Anno 1722. fing sich das Jahr gar Sommerartig ohne Frost

XI. Warme Winter.

Anno 1673. Anfang Jan. konten die Bauern aufn Aeckern arbeiten. Gr.

Anno 1675. die H. drey Könige Woche, war solch Frühlings-Wetter, daß die Bauern hin und wieder aufn Aeckern gearbeitet und geeget haben. Gr.

Anno 1686. im Jan. war solch warm Wetter, daß die Bauern ackern konten, und die Leute von einem Orte zum andern Baarfuß gehen konten. Im Febr. war auch kein Frost. Den 5. und 6. Martz waren die zwey kältesten Nächte dieses Winters, hernach wieder schön und warm. Den 7. Apr. fingen die Kirschbäume an zu blühen. Gr.

Anno 1699. in der Mitten des Jan. konten die Bauern Ackern, so warm wars.

Anno 1702. war ein recht warmer Winter, im Jan. und Febr. war recht warmes Frühlings-Wetter ohne Frost und Schnee, der Martz und April, sind etwas kälter als die vorigen gewesen, mit Nacht-Frösten, doch ohne Schnee.

Anno 1708. im Jan. war recht warmes Wetter, dergleichen fast keinen Menschen gedachte. Nehmlich von 1. bis 25. Jan. ist es so warm, und ohn allen Schnee gewesen, daß auch der Schulmeister Weber den 11. Jan. lassen Korn säen, welches den 13. Febr. aufgegangen. Den 19. Jan. kam Regenwetter, wehrte bis den 25. da es einen Schnee legte, welcher aber den 28. gantz wieder abgienge, und fing sich voriges warmes Wetter wieder an. Den 21. Jan. Abends kam ein starck Donnerwetter, welches den Leuten seltzam für kam, indem es schien, als wolte sich der Winter gantz in Sommer verwandeln. Im Februario aber hat es bißweilen Schnee und Kälte gesetzt.

Anno 1714. von 1. biß 15. Jan. war solch warm Wetter, mit Sonnenschein und Regen vermengt, ohne allen Schnee und Frost, dergleichen vielmahl in Sommer nicht ist.

Anno 1722. fing sich das Jahr gar Sommerartig ohne Frost

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[142/0146] XI. Warme Winter. Anno 1673. Anfang Jan. konten die Bauern aufn Aeckern arbeiten. Gr. Anno 1675. die H. drey Könige Woche, war solch Frühlings-Wetter, daß die Bauern hin und wieder aufn Aeckern gearbeitet und geeget haben. Gr. Anno 1686. im Jan. war solch warm Wetter, daß die Bauern ackern konten, und die Leute von einem Orte zum andern Baarfuß gehen konten. Im Febr. war auch kein Frost. Den 5. und 6. Martz waren die zwey kältesten Nächte dieses Winters, hernach wieder schön und warm. Den 7. Apr. fingen die Kirschbäume an zu blühen. Gr. Anno 1699. in der Mitten des Jan. konten die Bauern Ackern, so warm wars. Anno 1702. war ein recht warmer Winter, im Jan. und Febr. war recht warmes Frühlings-Wetter ohne Frost und Schnee, der Martz und April, sind etwas kälter als die vorigen gewesen, mit Nacht-Frösten, doch ohne Schnee. Anno 1708. im Jan. war recht warmes Wetter, dergleichen fast keinen Menschen gedachte. Nehmlich von 1. bis 25. Jan. ist es so warm, und ohn allen Schnee gewesen, daß auch der Schulmeister Weber den 11. Jan. lassen Korn säen, welches den 13. Febr. aufgegangen. Den 19. Jan. kam Regenwetter, wehrte bis den 25. da es einen Schnee legte, welcher aber den 28. gantz wieder abgienge, und fing sich voriges warmes Wetter wieder an. Den 21. Jan. Abends kam ein starck Donnerwetter, welches den Leuten seltzam für kam, indem es schien, als wolte sich der Winter gantz in Sommer verwandeln. Im Februario aber hat es bißweilen Schnee und Kälte gesetzt. Anno 1714. von 1. biß 15. Jan. war solch warm Wetter, mit Sonnenschein und Regen vermengt, ohne allen Schnee und Frost, dergleichen vielmahl in Sommer nicht ist. Anno 1722. fing sich das Jahr gar Sommerartig ohne Frost

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Zitationshilfe: Eckarth, Friedrich: Chronica Oder Historische Beschreibung Des Dorffes Herwigsdorff. 1737, S. 142. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/eckarth_chronica_1737/146>, abgerufen am 14.04.2021.